Florians Weg ins Waldviertel
Wie es dazu kam, ist leicht und kurz zu beantworten.
"Ich habe mich bei besagter Geburtstagsfeier Hals über Kopf verliebt. Und bin binnen eines Jahres von Mauthausen ins Waldviertel umgezogen."
Heute arbeitet der 30-Jährige als Kleinregionsmanager und scheint in der Region nicht nur die Liebe und einen Beruf gefunden zu haben, sondern wohl auch seine Berufung. Denn Florian ist Obmann der Landjugend im Bezirk Waidhofen/Thaya, Obmann der Volkstanzgruppe Bezirk Waidhofen/Thaya und Jugendgemeinderat seiner neuen Heimatgemeinde Gastern.
Die Traditionen leben
"In der Landjugend gehör ich leider schon zum alten Eisen, aber es gibt nichts schöneres, als mit der Jugend zu arbeiten bzw. zu sehen, wie sie sich entwickelt und steigert. Und vor allem wird hier am Land die Tradition aufrecht erhalten. Letzten Herbst konnten wir mit der Landjugend im Rahmen des Projektmarathons eine coole Aktion umsetzen. Wir haben neben dem Radweg eine Kugelbahn gebaut. Bei der Präsentation des Ergebnisses waren unglaublich viel Leute da und gratulierten uns. Heute noch bekomme ich Bilder von begeisterten Eltern, worauf deren Kinder mit der Kegelbahn spielen."
Überzeugter Waldviertel-Botschafter
Würde Florian das Wohnen, Arbeiten und Leben im Waldviertel weiterempfehlen - speziell in Gastern?
"Ja! Wenn man sich seine eigenen 4 Wände schaffen will, ist der Baugrund und das rundherum leistbar, gerade im direkten Vergleich zu Mauthausen. Außerdem ist das Waldviertel eine lebenswerte Region mit unglaublich viel Vereinsaktivitäten. Das hilft gerade auch beim Zuzug, um Anschluss zu finden. Die passende Arbeit für einen persönlich zu finden ist immer eine Herausforderung, egal wo man wohnt. Im Waldviertel gibt es auch einige größere Unternehmen. Und das Flächendeckende Glasfasernetz für Homeoffice ist eine echte Option."
Essiggurkerl
Zur Natur in der Region hat Florian einen ganz besonders engen Zugang. Denn der junge Mann ist auch als Landwirt tätig. Er lebt mit seiner Ehefrau auf einem Hof und sie haben gemeinsam mit der Direktvermarktung begonnen. Dabei gehen sie unkonventionelle Wege: "Wir produzieren total untypisch fürs Waldviertel Essiggurkerl, legen sie selber ein und verkaufen sie. Ich denke übrigens, dass die Landwirtschaft definitiv Zukunft hat, allerdings muss jeder Hof seine eigene Strategie finden, die zur eigenen Struktur und zur eigenen Einstellung passt."
Nachhaltig
Auch neben der Landwirtschaft setzt sich Florian mit Fragen der Natur auseinander. Seit über drei Jahren sorgt er beim Projekt >Waldsetzen.jetzt< für die Koordination der Waldsetztage. Im Rahmen dieses Projektes werden speziell im Waldviertel und Umgebung Firmen, Schulen, Vereine und Grundbesitzer:innen bei der Aufforstung von Waldflächen unterstützt. Ein Gemeinschaftssinn, der für Florian auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle spielt: "Der Waldviertler hat auf jeden Fall einen hohen Gemeinschaftssinn, und das ist wichtig und richtig. Denn Freizeitgestaltung findet hier in der Region im Vereinsleben, also in der Gemeinschaft statt."