Klimaneutrales Zwettl 2035
Zwettl ist ab sofort eine Pionier-Kleinstadt: Gemeinsam mit 34 anderen österreichischen Städten nimmt Zwettl an der Mission „Klimaneutrale Stadt“ teil und damit eine wichtige Vorreiterrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität ein. Unterstützt werden die auserwählten Klein- und Mittelstädte vom Klimaschutzministerium (BMK) und dem Klima- und Energiefonds. Damit verbunden sind auch entsprechende Fördermittel des Bundes. Ziel der Mission ist es, Strategien und Maßnahmen bzw. einen „Klimaneutralitätsfahrplan“ zu erarbeiten und für andere Städte und Kommunen damit Vorbild zu sein.
Städte sind nicht nur die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Motoren unserer Welt, sondern verursachen auch ca. drei Viertel der globalen CO2-Emissionen. Im Kampf gegen den Klimawandel spielen Städte und Gemeinden daher eine zentrale Rolle. Zwettl ist bestrebt, Strategien und Maßnahmen zu setzen, um damit die Klima- und Nachhaltigkeitsziele erfolgreich und schnell zu erreichen. Alle kleineren Pionier-Städte (10.000 bis 50.000 Einwohner) können erfolgreiche Forschungsergebnisse und innovative Technologien von größeren Pionierstädten aufgreifen und übernehmen. Auch der Austausch zwischen den mittlerweile 26 Pionier-Kleinstädten ist erwünscht.
Erklärtes Ziel: CO2-Emissionen bestmöglich vermeiden
„Die Welt befindet sich in einer Klimakrise. Die Republik Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Dazu braucht es auch auf kommunaler Ebene ambitionierte Ziele. Deshalb hat sich die Stadtgemeinde Zwettl entschlossen, aktiv zu werden – mit dem ambitionierten Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein“, erklärt Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold.
Das bedeutet, dass CO2-Emissionen bestmöglich vermieden und durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden sollen. In der Projektlaufzeit von Juni 2024 bis November 2025 werden deshalb Ist-Stände in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität erhoben und in der Folge umsetzbare Verbesserungsmaßnahmen zur Dekarbonisierung abgeleitet. Diese Überlegungen sollen dann in einem Klimaneutralitätsfahrplan münden, der Zwettl bis 2035 klimaneutral machen soll.
Die Stadtgemeinde Zwettl hat in der jüngsten Vergangenheit bereits zahlreiche Aktivitäten im Bereich der Energiewende umgesetzt, etwa die Errichtung einer Park&Drive Anlage um Pendlerströme in Richtung öffentlichen Verkehr zu verlagern, die Installation mehrerer PVAnlagen, die Anschaffung von zwei kommunalen Elektrofahrzeugen sowie die Initiative „Stadt der kurzen Wege“ mit dem Ziel, bessere Fuß- und Radverbindungen ins Stadtzentrum zu schaffen. „Die Erstellung eines Klimaneutralitätsfahrplans unter Einbindung aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, der Stadtverwaltung und der breiten Öffentlichkeit bietet eine enorme Chance für Zwettl sowie das gesamte Waldviertel einen klaren Plan zur Klimaneutralität zu erarbeiten und umzusetzen“, erklärt Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold.
„Fahrplan als Werkzeug“
Mit 256 km² zählt die Stadtgemeinde Zwettl zu den flächenmäßig größten Gemeinden Österreichs. Deswegen ist es besonders wichtig, den Herausforderungen des Klimawandels aktiv entgegen zu treten, sagt Stadtrat Erich Stern: „Erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität aber auch Klimaanpassungsmaßnahmen sind wesentliche Faktoren für die Zukunft unserer Gemeinde, aber auch der nächsten Generation. Der Klimaneutralitätsfahrplan soll für uns das Werkzeug sein, um realistische und effektive Strategien zu entwickeln und diese auch bis 2035 umzusetzen.“
Die Stadtgemeinde Zwettl wird beim Projekt „Klimaneutralitätsfahrplan Stadtgemeinde Zwettl-NÖ“ von den Projektpartnern Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ und Sonnenplatz Großschönau unterstützt. Als Gemeinde mit den meisten Einwohnern in der 64 Gemeinden umfassenden Gemeindekooperation des Vereins „Interkomm Waldviertel“ ist Zwettl auch ein Vorbild im Waldviertel, erklärt Vereinsobmann und Geschäftsführer des Sonnenplatzes Großschönau, Bürgermeister Martin Bruckner: „Ich freue mich sehr, wenn Zwettl im Bereich Klimaneutralität eine Vorreiterrolle einnimmt und vorzeigt, wie die gesamte Gemeinde mit all ihren Unternehmen, ihren Institutionen und mit den Menschen den klaren Weg in eine klimaneutrale Zukunft findet.“