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| Zukunft Region 

KLAR! Modellregion Kampseen

Temperaturanstieg um 2°C, Zunahme der Hitzetage und der Starkregenereignisse – auf diese klimatischen Veränderungen möchten sich die sieben Gemeinden der Region Kampseen vorbereiten und Klimawandelanpassungsmodellregion werden.

KLAR!

Die sieben Gemeinden der Region Kampseen haben sich dazu entschlossen, sich gemeinsam auf die klimatischen Veränderungen der nächsten Jahre vorzubereiten und werden dazu Klimawandelanpassungsmodellregion (KLAR!).

Dazu wurden in den letzten drei Monaten die Grundlagen erhoben und am 13. März 2019 den Bürgermeistern und der Bevölkerung in Gföhl präsentiert.

Dabei wurden nicht nur die klimatischen Daten erhoben, sondern eine Gesamtanalyse der Region durchgeführt. „Da der Klimawandel auf nahezu jeden Lebensbereich eine Auswirkung hat, ist es erforderlich sich eine Region und seine Entwicklung gesamtheitlich anzusehen, um in einem weiteren Schritt die geeigneten Maßnahmen zur Klimawandelanpassung zu konzipieren.“, so der Obmann der Kleinregion Gerhard Wandl. 

Entwicklung der Region

Erfreulich ist, dass die Region in den letzten fünf Jahren um 1,8 Prozent oder 210 Einwohner gewachsen ist und mit einem Anteil von 15% der unter 15-Jährigen auch eine gute Altersstruktur aufweist. Der Wald prägt mit 46% die Landschaft. In der Landwirtschaft dominiert der Ackerbau und der generelle Trend vom Rückgang der Nebenerwerbslandwirte hin zu einigen größeren Betrieben zeichnet sich auch in der Region ab. Bemerkenswert ist auch die große Anzahl an Biobetrieben und Direktvermarktern. Neben einigen größeren Betrieben ist die Wirtschaft eher kleinstrukturiert.

Entwicklung des Klimas

Das Klima in der Region Kampseen wird zunehmend milder. Mit einem prognostizierten Temperaturanstieg von ca. 2°C bis 2050 und einer Abnahme an Frosttagen im Winter verlängert sich auch die Vegetationsperiode um ca. 11 Tage. Trotz einer prognostizierten Abnahme der Frosttage im Frühling (-8) bleibt die Frostgefahr im Frühling aufgrund der Verlängerung der Vegetationsperiode hoch. Beim Niederschlag wird mit einer Abnahme der Regenmenge im Sommer gerechnet und einer Zunahme an Starkregenereignissen. 

Auswirkungen des Klimawandels in der Region

In der Region sind die ersten Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Durch den bereits erfolgten Temperaturanstieg wurde das Auftreten neuer Insektenarten beobachtet. Der Klimawandel hat aber auch einen positiven Effekt, so konnte ein Zuwachs im Tourismusbereich festgestellt werden. Besonders hitzegeplagte Städter suchen Erfrischung in den drei Stauseen und genießen die nächtliche Abkühlung.

In den letzten Jahren kam es auch immer wieder zu längeren Trockenphasen, welche sich nicht nur im Rückgang des Grundwassers, sondern auch im außergewöhnlich hohen Auftreten des Borkenkäfers bei den Fichtenkulturen bemerkbar machen. Durch die Zunahme an kleinräumigen Starkregenereignissen kommt es auch vermehrt zu Erosionen und Schäden an Straßen und Häusern.

All diese Daten werden in einem Grobkonzept zusammengefasst, welches einerseits als Grundlage für die Einreichung beim Klima- und Energiefonds dient und andererseits die Basis für die Entwicklung der geeigneten Anpassungsmaßnahmen darstellt. Bei einer positiven Förderzusage werden gemeinsam mit der Bevölkerung in der zweiten Jahreshälfte Maßnahmen erarbeitet und auch umgesetzt.  

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