Waldviertler Erfolgsgeschichte geht weiter
HARTL HAUS, einer von rund 160 Lehrbetrieben im Bezirk Zwettl, ist überzeugt: Die Lehre hat Zukunft – wenn man sie aktiv gestaltet. Mit generell sinkenden Lehrlingszahlen sind Betriebe allerdings mehr denn je gefragt, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.
"Für uns ist die Lehrlingsausbildung eine Investition in unsere Zukunft, denn gut ausgebildete Mitarbeiter:innen – Fachkräfte, die ihr Handwerk verstehen und gleichzeitig Innovation leben – sind das Fundament eines erfolgreichen Betriebs", betont Sonja Früchtl, Personalleiterin bei HARTL HAUS: "Praxisnäher, als bei einer Handwerkslehre geht es nicht. Unsere Lehrlinge sind nicht einfach Nachwuchs, sondern von Anfang an ein wertvoller Teil des Teams."
Mit Maßnahmen wie Schnuppertagen, Prämien für hervorragende Leistungen oder Weiterbildungsangeboten gelingt es, junge Menschen für eine Lehre zu begeistern – und langfristig im Unternehmen zu halten.
Lehrlingsrückgang als gesamtgesellschaftliche Herausforderung
Erfreulich für HARTL HAUS: Die Tischlereilehre zählt in Niederösterreich zu den Top 10 der beliebtesten Lehrberufe. Doch der übergeordnete Trend zeigt eine herausfordernde Entwicklung: Die Zahl der Lehranfänger:innen in Österreich ist seit 2010 um rund 18 Prozent gesunken. Im Juni 2025 waren national rund 7.000 offene Lehrstellen gemeldet – allein mehr als 1.000 davon in der Baubranche.
Yves Suter, CEO von HARTL HAUS, fordert daher stärkere politische und gesellschaftliche Signale, auch als Gegentrend zur Akademisierung: “Wir als Unternehmen haben unsere Hausaufgaben gemacht, um für Lehrberufe, wie Tischlerei oder Zimmerei zu begeistern. Jetzt braucht es mehr Wertschätzung für das Handwerk und klare politische Maßnahmen, damit die Lehre in Zukunft nicht zur Notlösung, sondern zur bewussten Entscheidung wird. Gut ausgebildete Fachkräfte sind heute mehr denn je entscheidend für den Wirtschaftsstandort Österreich.”