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Erfolgreiche Frauen in Schrems

Im Schwerpunkt „Frauen in Handwerk & Technik“ werden Frauen wie Anna Rzepa vor den Vorhang geholt, die in technischen bzw. handwerklichen Berufen erfolgreich sind, um verstärkt Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und althergebrachte Rollenbilder und Klischees aufzubrechen.

Anna Rzepa ist gelernte Fleischhauerin

Junge Menschen - Männer wie Frauen -, die einen Lehrberuf anstreben, entscheiden sich nach wie vor überwiegend für „typisch“ weibliche oder männliche Berufe. Im Schwerpunkt „Frauen in Handwerk & Technik“ werden Frauen vor den Vorhang geholt, die in technischen bzw. handwerklichen Berufen erfolgreich sind, um verstärkt Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und althergebrachte Rollenbilder und Klischees aufzubrechen. Eine, die es vormacht, ist Anna Rzepa.

Fleischhauermeisterin Anna Rzepa im Porträt

Die Tochter des Unternehmer-Ehepaares Sonja und Josef Rzepa ist nach Schrems zurückgekehrt und seit April Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens „Fleischerei Rzepa“, dessen Weiterführung damit gesichert ist.

Anna hat die HLW in Zwettl mit Matura abgeschlossen und arbeitete danach in verschiedenen Bereichen der Gastronomie. Aber was bewegt eine junge Frau, den Beruf der Fleischhauerin zu erlernen und in den elterlichen Betrieb in Schrems einzusteigen?

„Anlässlich des 60. Geburtstages meines Vaters entschloss ich mich, da ich in meinen bisherigen Berufen nicht glücklich war, den Fleischhauerberuf auszuprobieren. Mir war auch bewusst, dass der elterliche Betrieb nicht weiter bestehen bleibt, wenn keiner von uns Kindern den Betrieb übernimmt. Ich begann daher mit der Fleischhauerausbildung in einer kleinen Fleischerei in Sollenau. Nach etwa zwei Wochen stand für mich fest, dass das „der Beruf“ für mich ist.

Nach der Lehrabschlussprüfung 2015 absolvierte ich im Frühjahr 2016 die Meisterprüfung in Landshut (Deutschland) als Zweitbeste meines Lehrganges. An meinem Beruf, in dem sicher oft schwere handwerkliche Tätigkeiten anfallen, gefällt mir vor allem, dass der komplette Produktionsablauf – vom lebendigen Tier bis zum fertigen Produkt – in einer Hand liegt und ich zum Schluss das fertige Produkt in Händen halten kann. Vor allem ist es aber auch die Freude, mit meiner Familie arbeiten zu können und das Wissen, warum ich am Abend müde bin!“.

Warum sich Anna entschlossen hat, in Schrems zu bleiben und nicht im Speckgürtel von Wien zu arbeiten, begründet sie selbstbewusst: „Ich will. dass unser Familienbetrieb, den es seit über 190 Jahren gibt, fortbesteht. Als eigener Chef möchte ich in Zukunft auch Ideen und Visionen von mir umsetzen. Außerdem ist mir meine Heimat wichtig, mein Elternhaus, meine Freunde, das Umfeld, ich wollte einfach weg von der Großstadt. Hier kenne ich die Landwirte, von welchen wir das Vieh kaufen, was für mich äußerst wichtig ist.“

Auch Annas Bruder Thomas wird nach Ablegung seiner Meisterprüfung den Traditionsbetrieb als zweiter Geschäftsführer unterstützen. Beide werden alle anfallenden Tätigkeiten im Betrieb erledigen, wobei aber Anna hauptsächlich in der Produktion tätig sein wird. Tatkräftig unterstützt wird das junge Team von Fleischhauermeister Patrick Brantner, der im elterlichen Betrieb ausgebildet wurde.

Die Fleischerei Rzepa scheint in guten Händen und auf Zukunftskurs -   schon im September dieses Jahres ist die Einstellung eines Fleischhauerlehrlings geplant.

Und was wünscht sich Anna für die Zukunft? „Eine gute Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiter.innen und dass alle an einem Strang ziehen. Vor allem wünschen wir, die jungen Chefs, uns aber auch die Akzeptanz unserer Kunden und Lieferanten, für deren Zufriedenheit wir uns ständig bemühen werden!“

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