Öffentlicher Verkehr, Straßenausbau, Gesundheit, Bildung, Breitband, Hochwasserschutz, Tourismus, Wohnqualität und Ortskernbelebung: Diese neun Arbeitsschwerpunkte für das Waldviertel hat Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Anschluss an eine Arbeitsklausur des VPNÖ-Regierungsteams präsentiert.
Maßnahmen für das Waldviertel
Im Anschluss an die ÖVP-Regierungsklausur im Golfresort Haugschlag präsentierte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll den beschlossenen Maßnahmenkatalog für das Waldviertel. Dabei wurde ein Investitionspaket in der Gesamthöhe von 275 Millionen Euro vorgestellt.
Öffentlicher Verkehr
Fünf Millionen Euro werden in neues Wagenmaterial, den City Jet, auf der Franz-Josefs-Bahn investiert. In den Zügen wird es kostenloses Internet und WLAN geben. "Im Dezember des heurigen Jahres kommen die ersten vier Garnituren, im Februar 2017 die restlichen vier", sagte der Landeshauptmann. Darüber hinaus werden gemeinsam mit den ÖBB so genannte "Sprinter"-Schnellverbindungen morgens und abends sowie eine zusätzliche schnelle Verbindung für Wochenpendler eingeführt. Außerdem wird ab 2018 eine halbstündige Verknüpfung mit dem Fernverkehr auf der Westbahnstrecke erfolgen und es wird einen "Sprinter" auf der Strecke Gmünd – Wien Hütteldorf geben. Die Reisezeit beträgt dann eine Stunde und 45 Minuten.
Straßenbau
Für den Ausbau des Straßennetzes werden bis 2020 rund 140 Millionen Euro eingesetzt. Schon in den letzten Jahren wurde in die beiden Achsen Wien-Stockerau-Horn-Gmünd sowie Krems-Zwettl-Vitis rund 160 Millionen Euro investiert. Pröll dazu: „Damit haben wir die Fahrtzeit von Gmünd bzw. Waidhofen/Thaya nach St. Pölten um 40 Minuten und die Fahrtzeit nach Wien um 30 Minuten verkürzt.“
In den nächsten Jahren sind auf der Achse Wien-Stockerau-Horn-Gmünd die Niveaufreimachung Horn-West und der dreispurige Ausbau Ziersdorf Süd (2016), der dreispurige Ausbau Fürwald/Brunn/Wild (2017), der dreispurige Ausbau Großburgstall/St. Bernhard (2018), der dreispurige Ausbau Heldenberg (2019) und der dreispurige Ausbau Baumgarten/Groß Weikersdorf (2020) geplant.
Auf der Achse Krems-Zwettl-Vitis sind neben der Fertigstellung der Umfahrung Zwettl (Fertigstellung 2017) der dreispurige Ausbau Gneixendorf-Stratzing (2018), der dreispurige Ausbau Stratzing-Droß (2019) und die Umfahrung Ausbau Großglobnitz-Kleinpoppen (2020) geplant.
Für beide Routen ist auch der sechsspurige Ausbau des Knotens Stockerau-Stockerau Ost um 60 Millionen Euro maßgeblich.
Gesundheit
Das Land NÖ bekennt sich klar zu allen Kliniken-Standorten des Waldviertels, so LH Erwin Pröll. Investitionen um insgesamt 16 Millionen Euro werden in diesem Bereich vorgezogen. Das größte Projekt ist die Sanierung der Haustechnik in Gmünd, dazu kommen weitere Projekte in Zwettl, Horn, Gmünd und Waidhofen an der Thaya.
Bildung
Die Landesberufsschule Schrems wird um rund 16 Millionen Euro ausgebaut. Eine Million Euro wird für den Ausbau des ökopädagogischen Zentrums im Nationalpark Thayatal bereitgestellt. Das Zentrum bekommt wetterfeste Holzhütten, in denen Schulklassen übernachten können.
Breitband-Ausbau
Zwei von vier Pilotregionen in NÖ im Zuge des Breitbandmodells befinden sich im Waldviertel: Thayatal und Waldviertel StadtLand. "Insgesamt investieren wir hier 37 Millionen Euro", so der Landeshauptmann. 2016 sollen 6.100 Haushalte und 400 Betriebe Glasfaser-Anschlüsse haben. Bis 2018 sollen auf diesem Wege fast 20.000 Haushalte und 1.400 Betriebe mit Glasfaseranschlüssen versorgt sein.
Hochwasserschutz
37 Millionen Euro gehen in den Hochwasserschutz im Waldviertel – und das ohne Krems und ohne Donauprojekte. Derzeit befinden sich insgesamt 13 Projekte um 15 Millionen Euro in Bau, bis 2023 sind 16 weitere Projekte um 22 Millionen Euro vorgesehen. Dies betrifft unter anderem Vorhaben in Rosenburg-Mold, Schrems, St. Bernhard und ein Rückhaltebecken in Waidhofen an der Thaya.
Tourismus
Ein besonderer touristischer Schwerpunkt ist die Landesausstellung 2017 in Pöggstall im südlichen Waldviertel. Hier investiert das Land NÖ rund 23 Millionen Euro, etwa in die Renovierung des Schlosses, in Begleitprojekte und in Infrastruktur-Ausbau.
Weiterentwicklung als Lebensraum
Für die Weiterentwicklung des Waldviertels als Lebensraum hat unter anderem die Fortsetzung des Erfolgsprojektes "Wohnen im Waldviertel" Priorität, das maßgeblich für den verstärkten Zuzug in die Region ist.
Außerdem werden bis Ende 2017 insgesamt 5,6 Millionen Euro für neue Kinderbetreuungsplätze im Waldviertel bereitgestellt. Für den Ausbau der Kinderbetreuung wird ein "Aktionsteam Waldviertel" eingesetzt.
Ortskernbelebung
Um dem weiteren Aussterben der Ortskerne entgegen zu wirken, wird es eine zusätzliche Förderung für die Eigenheimerrichtung bzw. die Eigenheimsanierung geben. Dazu wird ein Projekt "Ortskernentwicklung" gestartet, bei dem man sich zunächst auf zehn Pilot-Gemeinden konzentrieren wird.
Quelle: vpnoe.at