Kulturelles Erbe der Stadt Zwettl
Bei strahlendem Sonnenschein begleitete das Stadtführerduo Christl Mayerhofer und Helmut Hahn am 18. April knapp 130 Besucher:innen im Rahmen des Aktionstages der Stadtmauerstädte Niederösterreich auf einem geführten Themenspaziergang. Unter dem Titel „Die östliche Stadtmauer – das Tor zum Stift“ gestalteten sie einen eigens für Zwettl konzipierten Rundgang, der auf großes Interesse stieß.
Treffpunkt war der Neue Markt, wo die zahlreichen Besucher:innen mehr über die historische Bedeutung der Zwettler Stadtmauer sowie die Stadterweiterung in Richtung Osten und das „Oberhofer Tor“ erfuhren. Begrüßt wurden die Teilnehmer:innen von Vizebürgermeister Alexander Leutgeb, der in seiner Ansprache die Wichtigkeit des Erhalts der Stadtmauer hervorhob, deren Bedeutung als kulturelles Erbe der Stadt Zwettl unterstrich und sich bei den engagierten Stadtführern und dem Team der Zwettl-Info herzlich bedankte.
Im Anschluss daran übernahmen die beiden Stadtführer Christl und Helmut die Führung und vermittelten mit viel Empathie und fachkundigem Wissen die Geschichte der östlichen Stadtmauer.
Gärten waren ein Höhepunkt
Ein besonderer Höhepunkt war die Begehung mehrerer privater Gärten entlang der Mauer, die sonst nicht zugänglich sind. Ein herzlicher Dank gilt hierbei Familie Gertraud und Karl Hahn sowie Herrn Robert Liebenauer, die diese Einblicke ermöglichten. Im zauberhaften Garten der Familie Hahn beeindruckten nicht nur dessen außergewöhnliche und liebevolle Gestaltung sondern auch der noch bestens erhaltene Wirtschaftskeller an der Stadtmauer.
Märkte, Geschichten und das Oberhofer Tor
Auf der großen Wiese an der Stadtmauer im Haus Neuer Markt 13 schilderte Stadtführer Helmut Hahn ausführlich das wirtschaftliche Leben zu Zeiten der großen Vieh- und Wochenmärkte am Neuen Markt. Lustige und schaurige Geschichten ranken sich auch um das „Oberhofer Tor“, welches sich in der heutigen Klosterstraße befand. Christl Mayerhofer zauberte fesselnde Bilder in die Köpfe der Teilnehmer über Torwächter, Saufkumpanen und die erbitterten Kämpfe um das Tor, als die Böhmen und die Franzosen die Stadt eroberten.
Das „Oberhofer Tor“ ermöglichte auch die Verbindung zum nahegelegenen Zisterzienserstift Zwettl, das mit seinem Wirken großen Einfluss auf die Stadt hatte. Ein „geheimer“ Durchgang an der Stadtmauer ermöglichte den Wechsel von außerhalb der Stadtmauer auf den Platz vor dem Schulturm innerhalb der Mauer. Direktor Franz Oels berichtete von der Sanierung der Mauer, der Bedeutung eines Bürgerspitals, dem Um- und Ausbau des Seniorenwohnheimes und der großen Bauverzögerung aufgrund von zahlreichen Skelettfunden.
Geschenk zum Abschluss
Zum Abschluss der Führung erhielten die Teilnehmer:innen ein kleines Geschenk: eine hübsche Postkarte mit einer historischen Ansicht des Bürgerspitals aus dem Jahr 1877. Den gemütlichen Ausklang bildete eine Einladung von Direktor Oels zu einer Mehlspeise im Café Restaurant Martini, die den gelungenen Nachmittag in geselliger Atmosphäre abrundete.
Diese Themenstadtführung wurde als Bildungsprogramm im Rahmen des Projektes „ATCZ00007 CISTERSCAPES VB-Zw-ZnS“ vom Programm Interreg Österreich-Tschechien durchgeführt.