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| Zukunft Region 

Fitness Union Waldviertel

2025 nominiert für den ‚Adi Kastner‘ - Zukunftspreis Waldviertel, heute im Rampenlicht: Die Fitnessräumlichkeiten der Fitness Union Waldviertel - Gesundheit und Gemeinschaft an einem Ort!

In der Fitness Union Waldviertel gilt: Fitness ist auch Begegnung © Marina Weissensteiner

Fitness ist auch Begegnung

Wer Geburtstag hat, bringt Saft, Kaffee oder Tee mit. Nach dem Training können die Menschen noch zusammensitzen. Diese kleinen Gewohnheiten erzählen viel über die Fitnessräumlichkeiten der Fitness Union Waldviertel in Eichberg. 

Hier geht es um Kraft und Ausdauer, aber auch darum, einander zu begegnen. In einer Ortschaft ohne Gasthaus oder Kaffeehaus bekommt das besonderes Gewicht.

Am Platz eines ehemaligen Stalls entstanden Fitnessräumlichkeiten © Marina Weissensteiner

Leere Räume mit Leben füllen

Am Anfang stand die Frage: Würden Menschen aus der Gemeinde Fitnessräumlichkeiten vor Ort nutzen? 

Marina Weissensteiner hörte sich bei einem Radwandertag um. Mehr als 40 Befragte zeigten Interesse. Doch vorerst ließen sich keine passenden Räume finden.

Marina und ihr Mann Anton hatten ein altes Bauernhaus gekauft. Dort, wo ein leerstehender Stall stand, wollten sie zunächst Garagen errichten. Dann änderten sie den Plan:

Warum hier nicht Platz fürs Training schaffen? Marina, Gründerin, Präsidentin und Trainerin der Fitness Union Waldviertel, stellte die Idee im Vereinsvorstand vor. Alle stimmten dafür.

Die Trainerinnen der Fitness Union Waldviertel © Marina Weissensteiner

Viele tragen mit

Getragen wird das Projekt vom Fitness- und Gesundheitssportverein Fitness Union Waldviertel sowie von Marina und Anton Weissensteiner als private Gebäudeeigentümer:innen. 

Der 2014 gegründete Verein mit Sitz in Großdietmanns hatte zum Zeitpunkt der Einreichung bereits mehr als 400 Mitglieder. Heute sind es laut Webseite 595 Mitglieder.

Marina und Anton Weissensteiner gehen voran © zVg

Gesundheitswissen trifft Handwerk

Anton brachte sein Wissen als Zimmermeister und Forstfacharbeiter ein. Er gewann Holz aus dem eigenen Wald, das ein naher Sägebetrieb schnitt. Gemeinsam mit Marina entrindete und schichtete er es zum Trocknen auf. Steine aus dem alten Gebäude verwendete er für Trockensteinmauern wieder. Vom Dach bis zu den Böden erledigte er einen großen Teil der Arbeiten selbst.

Marina koordinierte mit dem Vorstand die Ausstattung. Tina Strondl und Silvia Hiess übernahmen organisatorische Aufgaben, Kathrin Haidvogl kümmerte sich um Gerätebestellungen. Physiotherapeutin Magdalena Berger beriet bei der Auswahl geeigneter Trainingsgeräte. 

So verbanden sich handwerkliches Können, Vereinsarbeit und Gesundheitswissen zu einem gemeinsamen Vorhaben. 

In diesem Gebäude befinden sich die Fitnessräumlichkeiten der Fitness Union Waldviertel © Marina Weissensteiner

Schon heute ausgebucht

Seit Mitte August 2025 sind die Räumlichkeiten in Betrieb. Nach Auskunft der Projektverantwortlichen sind sie inzwischen nahezu ausgelastet; es gibt eine Warteliste. 

Teenager, Erwachsene und ältere Menschen trainieren hier, gelegentlich auch Kinder. Darunter sind viele, die zuvor noch nie ein Fitnesscenter besucht hatten.

Fitness Union Waldviertel: Spüren, wie gut Bewegung tut © Marina Weissensteiner

Spüren, wie gut Bewegung tut

Bevor jemand beginnt, erklärt eine Trainerin ehrenamtlich und persönlich die Geräte. Bei heiklen Verletzungen übernimmt eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut die Einschulung. Das erleichtert den Einstieg gerade jenen, für die Gerätetraining bisher ungewohnt war.

Die Verantwortlichen berichten, dass Menschen regelmäßig kommen und spüren, wie gut ihnen die Bewegung tut. 

Der ursprüngliche Plan, Eltern und Kinder stärker gleichzeitig einzubinden, hat sich im Alltag relativiert: Eltern trainieren, wenn möglich, lieber allein und ungestört. Auch darin zeigt sich, wie wichtig es ist, auf tatsächliche Bedürfnisse zu hören.

Treffpunkt Gesundheit

Das Zukunftsweisende liegt in der Verbindung: An einem früher ungenutzten Standort entstehen Bewegung, persönliche Begleitung und Begegnung. Menschen bringen ihre Fähigkeiten ein, regionale Materialien werden genutzt und vorhandene Ressourcen erhalten eine neue Aufgabe.

Für Eichberg und die Umgebung bedeutet das einen zusätzlichen Ort, an dem Menschen ihre Gesundheit stärken und Kontakte pflegen können. Der Geburtstagskalender gibt dem Zusammensitzen nach dem Training einen einfachen Anlass. Aus einer privaten Idee ist so ein gemeinschaftlich getragenes Projekt geworden – mit einer Perspektive für ein aktives, verbundenes Leben im Waldviertel.

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