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| Zukunft Region  | Gutenbrunn

Dieter Juster

2025 nominiert für den ‚Adi Kastner‘ - Zukunftspreis Waldviertel, heute im Rampenlicht! Dieter Juster gibt vertrauten Orten neue Aufgaben – und verbindet Menschen durch Kultur, Gastfreundschaft und Natur.

Dieter Juster wurde mit seinem Bühnenwirtshaus in Gutenbrunn weit über das Waldviertel hinaus bekannt © zVg

Ein Wirtshaus wird zur Bühne

Ein Wirtshaussaal kann mehr sein als ein Raum für die nächste Feier. Er kann zur Bühne werden, auf der Menschen ihrem Lieblingskabarettisten begegnen oder neue Musik entdecken. Dieter Juster hat in Gutenbrunn gezeigt, was daraus entstehen kann. Seine Geschichte erzählt davon, wie sich vorhandene Räume neu nutzen lassen – und wie eine Idee das Leben einer Region bereichert.

Der Blick von außen bringt Ideen nach Hause 

1992 kehrte Juster aus Lech am Arlberg in den elterlichen Gasthof zurück. Zuvor hatte er in Lech als Küchenchef gearbeitet. Nach Gutenbrunn brachte er einen Plan mit: Gastronomie und Kultur sollten zusammenfinden. Ein sechswöchiges Wirtshausspektakel mit Kabarett, Konzerten und Theater legte den Grundstein für das Bühnenwirtshaus.

Gemeinsam mit der Kulturinitiative Weinsbergerwald entstand ein Ort, an dem Kultur zum Dorfleben gehört. Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang kamen ins Landgasthaus. Das Publikum konnte Veranstaltungen in vertrauter Umgebung erleben, verbunden mit Waldviertler Küche und Begegnungen vor und nach dem Auftritt.

Für die Menschen im südlichen Waldviertel bedeutete das: Ein vielfältiges Kulturangebot rückte näher. Der Gasthof erhielt eine zusätzliche Aufgabe, der Ort neue Anziehungskraft. Juster brachte seine Erfahrung als Gastronom ein; der Verein gestaltete das kulturelle Angebot mit. Gerade dieses Zusammenspiel machte aus der Idee ein dauerhaftes Angebot.

2026 erhielt die Gemeinde Gutenbrunn die Plakette „Regionalkultur ist verlässlich echt“ der Kultur.Region.Niederösterreich © Marktgemeinde Gutenbrunn

Sein Tun wirkt weiter

Rund 1.300 Vorstellungen führte die Kulturinitiative während Justers Zeit als Obmann und später als Geschäftsführer durch. Seit 2017 setzt sie ihre Arbeit mit Erwin van Dijk im Truckerhaus fort. Dort sind heute Klein(st)kunstbühne & Museum angesiedelt.

2026 erhielt die Marktgemeinde Gutenbrunn die Plakette „Regionalkultur ist verlässlich echt“ der Kultur.Region.Niederösterreich. Sie würdigt die Kulturarbeit im Ort, zu der neben der Kulturinitiative auch der Musikverein und der Historische Verein Weinsbergerwald beitragen. Justers Engagement ist ein Teil dieser Geschichte. Nominiert für den Zukunftspreis 2025 hat ihn die Marktgemeinde Gutenbrunn mit Bürgermeisterin Birgit Haberzett.

Das eigene Leben in 13 Etappen „von der Wiege bis zur Bahre“ zu durchwandern, das war die Idee von Dieter Juster © zVg

Durch die Region, näher zu sich selbst

Auch außerhalb des Wirtshauses suchte Juster nach Möglichkeiten, Menschen und Region zu verbinden. Beim Wandern kam ihm Anfang 2016 die Idee zum Lebensweg: Was wäre, wenn eine Wanderung zugleich Raum bietet, über das eigene Leben nachzudenken?

Daraus entstand ein 268 Kilometer langer Weg durch 22 Gemeinden in den Bezirken Krems, Melk und Zwettl. Seit seiner Eröffnung 2018 lädt er dazu ein, in 13 Etappen den Lebensabschnitten „von der Wiege bis zur Bahre“ nachzuspüren. Die Landschaft wird dabei zum Begleiter persönlicher Fragen: Was hat mich geprägt? Wo stehe ich? Was möchte ich noch erleben?

Der Lebensweg verbindet Naturerfahrung mit einem Thema, das alle Menschen betrifft. Zugleich führt er über Gemeindegrenzen hinweg und macht das südliche Waldviertel als zusammenhängenden Erlebnisraum zugänglich. Sein besonderer Ansatz liegt in der Verbindung von Wandern, Lebensgeschichte und regionaler Zusammenarbeit.

Veränderung bleibt Teil des Weges

Beim Kamingespräch „Wirtshaus im Wandel“ am 10. Juni 2026 in Gutenbrunn brachte Juster die Bedeutung regionaler Treffpunkte auf den Punkt: „Wenn ein Wirtshaus verloren geht, geht regionale Verbundenheit verloren.“ Dabei ging es auch um die Weiterentwicklung seines Hauses zum „Gästehaus am Lebensweg“.

Darin liegt die Zukunftskraft seines Engagements: Er erkennt Möglichkeiten im Bestehenden und sucht Verbündete für ihre Umsetzung. Aus einem Wirtshaussaal wurde ein Kulturort, aus einer persönlichen Wanderidee ein Angebot für eine ganze Region. 

Für das Waldviertel bleibt die ermutigende Aussicht, dass vertraute Orte neue Aufgaben übernehmen können – wenn Menschen sie mit Ideen und gemeinsamem Einsatz weiterentwickeln.

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