Zum Inhalt springen
| Zukunft Region 

Der Bärentrail im Waldviertler Hochland

Nominiert für den ‚Adi Kastner‘ - Zukunftspreis Waldviertel 2025: Der Bärentrail - Trekkingweitwanderweg im Waldviertler Hochland: Ein Weg, der aus vielen einzelnen Schätzen ein großes Ganzes macht

Entlang des Bärentrails im Waldviertel Hochland © Matthias Schickhofer

Ein Weg, der mehr verbindet als Orte

Was tun, wenn eine Region viele besondere Orte hat – aber jeder für sich steht?

Rund um Arbesbach, Altmelon, Groß Gerungs und Rappottenstein gibt es zahlreiche Natur- und Kulturschauplätze. Gleichzeitig zog der BÄRENWALD Arbesbach rund 40.000 Besucher:innen pro Saison an. Viele kamen für einen Tagesausflug und reisten wieder ab.

Die Idee war deshalb ebenso einfach wie wirkungsvoll: Die vorhandenen Besonderheiten miteinander verbinden und aus dem Tagesausflug ein mehrtägiges Erlebnis machen. 2016 wurde der Bärentrail eröffnet.

Die Idee: Das Waldviertler Hochland als Weg erzählen

Der Bärentrail macht aus dem Potential der Region einen nutzbares Angebot. Die an vielen Stellen bewahrte Natur, mäandernde Flussläufe, klimafitte und naturnahe Wälder, die vielen kleinen und großen Entdeckungen am Wegesrand miteinander zu einem Weg zu kombinieren war das Ziel.

Heute umfasst das Wegenetz rund 170 Kilometer – vom mehrtägigen Weitwanderweg bis zu kurzen Familienrouten.

Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Der Weg macht sichtbar, was diese Landschaft entlang von Kamp und Zwettl besonders macht: von Granitformationen und Mooren bis zu Streifenfluren und Flusslandschaften. Die Idee vor über 10 Jahren war, den Wert der teils naturnahen Landschaft, mit Mischwäldern und kühlen Bächen hervorzuheben. Der Sommer 2026 zeigt, wie sehr derartige Natur auch für die Zukunft bewahrt werden muss.

Wandern wird zur Begegnung mit der Region – und mit ihrer Geschichte.

Moorwanderung entlang des Bärentrails © Martin Lugmayr

Eine Idee wird zum gemeinsamen Projekt

Entstanden ist der Bärentrail auf Initiative von Naturschutz- und Naturtourismusexperte Matthias Schickhofer. Er stieß damit bei Mag. Sigrid Zederbauer vom BÄRENWALD Arbesbach offene Türen ein. Schon das erste grob ausgearbeitete Konzept fiel in den Gemeinden auf breite Zustimmung, Mithelfende boten sich an, ein Kreis an tatkräftigen Mitdenkenden und beherzten Umsetzern formierte sich.

Heute trägt der Förderverein zur Unterstützung des Natur-, Freizeit- und Tourismusprojektes Bärentrail das Projekt. Mitglieder sind der BÄRENWALD Arbesbach und die vier Partnergemeinden Arbesbach, Altmelon, Groß Gerungs und Rappottenstein. Insgesamt sind es rund 50 Vereinsmitglieder, die sich mittlerweile für den Bärentrail engagieren.

Die Landschaft ist der eigentliche Hauptdarsteller

Der Bärentrail lebt von dem, was hier längst vorhanden ist. Moore als Wasserspeicher und Lebensraum, mächtige Granitblöcke als Überreste eines uralten Gebirges, traditionelle Streifenfluren und die weitgehend ursprüngliche Landschaft des Waldviertler Hochlands: Der Weg rückt diese Besonderheiten ins Zentrum und erklärt, warum sie erhaltenswert sind.

Damit verbindet das Projekt Naturerlebnis mit Naturvermittlung. Die Landschaft soll langfristig erlebbar bleiben und gleichzeitig soll das Bewusstsein für ihren Wert gestärkt werden. Gerade in der Vor- und Nachsaison bietet der Bärentrail Potenzial, die klassische Urlaubssaison zu verlängern.

Sidestep Felsengarten entlang des Bärentrails © Martin Lugmayr

Gemeinsam gelingt mehr: Ein Weg verbindet eine ganze Region

Auch der Kooperationsgedanke hinter dem Bärentrail ist besonders.

Vier Gemeinden, der BÄRENWALD Arbesbach, Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie zahlreiche weitere regionale Partner arbeiten zusammen. 2025 waren unter anderem 50 Beherbergungsbetriebe, 34 Wirte, 14 Packages und 32 Veranstaltungen Teil des Angebots.

Davon profitieren nicht nur Wanderer. Wer länger bleibt, übernachtet, isst, einkauft oder weitere Angebote nutzt, bringt Wertschöpfung in mehrere Orte. Gleichzeitig erhalten kleinere Betriebe über gemeinsame Website, Wanderkarte, Packages und Social Media Sichtbarkeit, die sie alleine nur schwer erreichen könnten.

Nicht neu erfinden, sondern weiterdenken

Aus dem ursprünglichen Weitwanderweg entstanden in weiterer Folge familiengerechte Teddybärentrails und zusätzliche Sidesteps. Ein Öffi-Guide erleichtert die Anreise ohne Auto, mehrsprachige Folder sprechen auch tschechische und englische Gäste an.

Innovation heißt hier nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern Bestehendes konsequent weiterzuentwickeln.

Zukunft entsteht dort, wo Menschen gemeinsam etwas daraus machen

Der Trekkingweitwanderweg im Waldviertler Hochland begann mit einer einfachen Frage: Wie können wir aus dem, was unsere Region bereits hat, mehr machen?

Neun Jahre später ist daraus ein regionales Netzwerk entstanden, das Natur, Tourismus, Gemeinden und Betriebe miteinander verbindet.

Vielleicht ist genau das seine stärkste Zukunftsidee: Nicht auf die eine große Lösung zu warten, sondern die eigenen Stärken zu erkennen, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam etwas daraus zu entwickeln.

WanderWoman am Bärentrail © Martin Lugmayr

Bärentrail-Eröffnung in Groß Gerungs © Matthias Schickhofer

Die neuesten Infos direkt in Ihr Postfach!

Abonnieren Sie den "Wohnen im Waldviertel" Newsletter und erhalten Sie alle Neuigkeiten 4 - 5x im Jahr direkt in Ihr digitales Postfach. So sind Sie immer gut informiert.

Jetzt anmelden