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Betriebsumsiedelung von Stuttgart nach Schrems

Schrems hat einen neuen Arbeitgeber. Außerdem hat das frühere Ergee-Areal einen neuen Mieter. UND die Marktgemeinde Großdietmanns hat drei neue Hauptwohnsitzer. Die NÖN berichtete diese Woche.

Andre Rabl kam nach Schrems | (c) NÖN

Schrems hat einen neuen Arbeitgeber. Außerdem hat das frühere Ergee-Areal einen neuen Mieter. UND die Marktgemeinde Großdietmanns hat drei neue Hauptwohnsitzer. Die NÖN berichtete diese Woche.

Der Weg von André Rabl ins Waldviertel

Der in Schrems aufgewachsene André Rabl übersiedelte die Firma „Strip Plate“, einen im Frühsommer gekauften Produzenten von Lackierplatten, aus Stuttgart (Deutschland) in seine Heimat.

Acht Lkw-Züge waren für die Verlegung des Maschinenparks und Lagers nötig. Unter anderem fünf große Spezialmaschinen mussten für den Transport in ihre Einzelteile zerlegt und in Schrems neu aufgebaut werden. Die Verhandlung für die Betriebsstätten-Genehmigung steht diese Woche an. Zugleich folgten zwei der deutschen Mitarbeiter – ein Ehepaar mit Kind – der Arbeitsstelle ins Waldviertel.

Sie wohnen jetzt wie André und Patricia Rabl in Dietmanns, wo die Rabls vor sieben Jahren das ehemalige Gasthaus Binder erwarben. Seither ist das Anwesen, durch dessen Hoftor einst Fußballer und Zuseher des „Weißen Ballets“ Großdietmanns mussten, um aufs Spielfeld zu gelangen, kein Gasthof mehr: Sie übersiedelten hierher privat, wandelten den Fußballplatz zur Koppel für die zwei Pferde um und richteten hier auch den Sitz ihrer ersten Firma „RGF – Print Solutions“ ein.

RGF, ein Fachhändler von Maschinen-Zubehör für große Druckereien, war im Jahr 2000 für André Rabl der Sprung ins Unternehmertum. Er war an dessen ehemaligem Firmensitz in Leobendorf bei Wien nach einer Druckerlehre in der Firma Rabl in Schrems – zu dessen Eigentümer er weitschichtig verwandt ist – gelandet, hatte hier jahrelang im Außendienst gearbeitet. Das war die Basis für seine spätere Karriere: „Im Außendienst holst du dir als Problemlöser ein Fachwissen, das dir keiner mehr nehmen kann“, erzählt Rabl der NÖN. Nebenbei baute er ein Netzwerk auf, auf das er zurückgreifen konnte, als er den Arbeitgeber im Jahr 2000 übernahm und die Firma ins Waldviertel verlegte. Jetzt liefert er mit drei Mitarbeitern und freiberuflichen Verkäufern bis in die Türkei und nach Israel.

Einer seiner eigenen Produzenten war die Firma „Strip Plate“, deren Maschinenpark, Name und Patent nach dem Tod des Gründers zur Jahresmitte zum Verkauf stand. André Rabl konnte ein zweites Mal nach 2000 nicht „nein“ sagen.

Die Firma soll weiter wachsen

Strip Plate erzeugt Lackierplatten, die auf Offset-Druckmaschinen den Lack auf Papier oder Karton übertragen und partielle Lackierungen bzw. Veredelungen von Druckprodukten ermöglichen. Lackiert werden können riesige Hochglanz-Drucke genauso wie Visitenkarten oder Zigarettenschachteln. Trotz des vielfältigen Einsatzgebietes gibt es, wie Rabl sagt, weltweit nur drei Mitbewerber – daher beliefert er über ein Händlernetz wie eben auch RGF Kunden auf allen Kontinenten.

Praktisch alle neuen Druckmaschinen verfügen über Lackwerke, Lackdrucke werden immer mehr zum Standard“, spricht der doppelte Firmenchef von einem großen Potenzial. Daher hält er die derzeit vierköpfige Belegschaft in Schrems für erweiterbar. Er hat auch bei der Auswahl der 1.800 m² großen Produktionsstätte, die nach der Ergee-Pleite ins Eigentum der russischen Firma Skif überging, bereits die Möglichkeit für eine künftige Ausweitung berücksichtigt.

Quelle: noen.at

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