Zuzugs-Geschichten |

Leben in der Hammerschmiede

Die Hammerschmiede in Gopprechts zählt zu den ganz besonderen Wohnorten im Waldviertel © Hubert Floh
| Zuzugs-Geschichten

Hör mal, wer da im Waldviertel hämmert

Die Hammerschmiede stammt aus dem 17. Jahrhundert, hier wurden Pflugscharen, Sensen und Sicheln hergestellt, der Rohstoff dazu kam aus dem Franzenthaler Eisenwerk, nur sieben Kilometer westlich im böhmischen Františkov gelegen.

 

Nach einer wahren Besitzwechsel-Odyssee übernahm 2020 die Familie Ernszt das Anwesen.

 

Willi Ernszt lebte jahrelang in der USA, - in Florida und auf einer 500 Hektar Ranch in Missouri. Dort lernte er schon in jungen Jahren das Reiten und Jagen und entwickelte eine hohe Verbundenheit zur Natur. Zwischen November 2016 und September 2017 lebte er dann mit seiner Frau und zwei Hunden auf einem Segelboot in Kroatien und zu guter Letzt in der Buckligen Welt in Grimmenstein. Dort machte sie ein Bekannter auf die Hammerschmiede in Gopprechts in der Gemeinde Litschau im Waldviertel aufmerksam. Und die Ernszts waren sofort nach der Besichtigung Feuer und Flamme.

 

Von da an ging es schnell. Willi Ernszt bekam die Zusage des Verkäufers ebenso wie die der örtlichen Raiffeisen-Bank, sein Projekt für die Schmiede zu finanzieren.

 

Ernszt: "Es gab mehr als zehn Interessenten für die Schmiede und ich hab wohl die Zusage bekommen, weil ich mit meinem Bart dem klassischen Bild eines Schmieds entspreche und weil ich die Schmiede wieder in Betrieb nehmen wollte." 

 

Einzug in die Schmiede

Drei Monate später, im März 2020, zog die Familie in den rund 180 Einwohner:innen zählenden Ort Gopprechts in der Gemeinde Litschau. 

 

Willi Ernszt: "Wir möchten dieses alte Handwerk erhalten, weiterführen und für Jung und Alt sichtbar und "anfassbar" machen. Da die Schmiede auch unser Wohnort ist, besteht die Möglichkeit, zu fast jeder Zeit eine Besichtigung anzubieten und damit auch zu unternehmen. Die Schmiede ist somit Firmenstandort, Wohnort und Arbeitsplatz. Zudem verfügen wir noch über eine freie Fläche für ein Handwerks- bzw. Heimatmuseum mit Seminarraum."

 

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zuerst wird fleißig an der Sanierung der jahrhundertealten Hammerschmiede gearbeitet. Ernszt: "Ich mache zur Gänze alles selbst, da ich den alten Charme der Schmiede erhalten will und zu viele Köche ja bekanntlich den Brei verderben."

 

Besichtigung, Schauschmieden und Workshops

Nähere Infos zu den Angeboten und Möglichkeiten gibt es auf:

 

www.williernszt.at

 

Mehr AUSFLUGSTIPPS finden Sie hier im Wohnweb im Bereich 'LEBEN' »

 

Quelle: Interview aus dem "Wohnen im Waldviertel"-Sonderjournal vom 16./17. April 2021

 

FOTOS